Postwachstum, Gutes Leben, Menschenrechtsrevolution

Die Plattformen der Multituden und die Fragen der Macht

Am Samstag, dem 17. Februar 2019 diskutiert ein Blockseminar im FB Gesellschafts- wissenschaft der Uni Frankfurt das Schlusskapitel meines Buchs zur Ökologie der Existenz. Im Anschluss an aktuelle linke Debatten nehmen wir dort die strategisch entscheidende Frage einer „verbindenden Praxis“ auf, in der sich die Kämpfe unserer Epoche auf ihr Gemeinsames ausrichten können. Diese Gemeinsame fassen wir in den „Plattformen der Multituden“: in den Kämpfen um eine politische Ökonomie des Postwachstums, in den existenziellen Experimenten mit Formen eines Guten Lebens und in der permanten Revolution des Menschenrechts. Deren Durchsetzung beziehen wir dann auf das Widerspiel von konstituierender, konstituierter und destituierender Macht: auf das Recht auf Rechte und auf das Recht, von seinen Rechten keinen Gebrauch zu machen. Die Debatte im Blockseminar nehme ich zum Anlass, um die 21 Seiten des Kapitels ohne den Umweg über die ihnen vorausgesetzte Philosophie zugänglich zu machen : der Wahrheitsfindung wird auch das hilfreich sein, versprochen.  „Postwachstum, Gutes Leben, Menschenrechtsrevolution“ weiterlesen

Geist von 68

Wenn‘s um Kollektive gehen soll, geh‘ ich mit 68 auf Marx zurück: es müssten Kollektive sein, die alle Kollektive auflösen.

NONPOLITICS

Im Juni 2018 befragte mich David Doell für das Magazin NON zum Geist des Mai 68 und zur Politik in erster Person als Grundlage einer klassenlosen Gesellschaft: „Nicht, dass das gänzlich verloren gegangen wäre, im Gegenteil. Unabgegolten aber bleibt, dass aus all‘ dem eine neue Welt werden sollte. Dass es dazu nicht kam, wirkte dann auch auf das zurück, was man erreicht hat.“ (kurz) „Geist von 68“ weiterlesen

Der Anteil der Anteillosen

Eine Intervention nach dem Hamburger Juli-Riot 2017

Vom 7. bis 8. Juli 2017 fand in Hamburg der G20-Gipfel in Hamburg statt – mit Trump, Putin und Erdoğan, friedlichem Protest und viel Gewalt: zuerst der Gewalt des Staates und dann derer, die sich von ihr nicht abschrecken ließen. Ich war die ganze Woche dabei und mich dann auch in die Debatte eingemischt : Erst in der taz vom 12.7.2017, dann auf mehreren Veranstaltungen, zuerst in Frankfurt. Ich beginne mit dem Beitrag in der taz: kurz.

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Nochmal Hamburg

Minderheitslinke Revolte und mehrheitslinke Kritik

Den Vortrag habe ich zuerst auf der Veranstaltung „Was war da los in Hamburg? Riot. Theorie und Praxis der kollektiven Aktion“ gehalten, die am 14.09.2017 in Frankfurt stattgefunden hat. Gesprochen haben dort auch Karl-Heinz Dellwo und Achim Szepanski, mit denen ich die Tage in Hamburg verbracht habe. Alle drei Beiträge lassen sich auf dem NON-Blog nachlesen bzw. bei Soundcloud nachhören, sie finden sich auch in dem im Laika Verlag erschienen Sammelband gleichen Titels. Bei allen Unterschieden in der Bewertung teilen sie die gleiche Haltung: Nicht distanzieren! Das unterscheidet sie vom elenden Sound der staatsbeflissenen Umfaller, der exemplarisch in Beiträgen der taz oder in den Blättern für deutsche und internationale Politik zu hören war.  (Länger) „Nochmal Hamburg“ weiterlesen

Nach Athen, im Kampf um die Grenzen, nach Paris, von unterwegs.

Erste Notizen zum Plan A einer neuen Linken (nicht nur) in Deutschland

Vielleicht ist keine meiner politischen Interventionen so breit aufgenommen worden und zugleich so umstritten wie diese hier. Zuerst publiziert im Dezember 2015 auf der Website „kommunisten.de„, setzte mein Text den politischen Begriff des „dissidenten Drittels“ aus – damals noch mit der Option, dass dieses Drittel das Potenzial zur Bildung einer linken gesellschaftlichen Mehrheit in Deutschland haben würde – mit Folgen für die Dynamik der Zeit der Monster in ganz Europa. (Lang) „Nach Athen, im Kampf um die Grenzen, nach Paris, von unterwegs.“ weiterlesen

Jenseits von Imperialität und Anti-Imperialität

Fünf Hypothesen zu den Enden der Geschichte

Von allen meinen Texten hat dieser hier die kurioseste Publikationsgeschichte. Geschrieben habe ich ihn für ein 2012 erschienenes Buch zu Ehren Rainer Rillings.  Die Herausgeber*innen haben den Text in der Druckfassung – vergessen: zu ihrem, zu meinem und Rainers Bedauern. Dann sollte er in einem Buch zur Empire-Debatte erscheinen, das Thore Prien herausgeben wollte: das Buchprojekt kam nicht zustande. Anyway:  Rainers Buch bleibt einer der besten Beiträge dieser Debatte. (Lang) „Jenseits von Imperialität und Anti-Imperialität“ weiterlesen

Blockupy und weiter

Anmerkungen zu einer Mobilisierung, die konstituierender Prozess werden will

Dieser Beitrag erschien im Heft 1/2014 der Zeitschrift LuXemburg und nimmt die Zeit der Monster in dem Moment in  den Blick, da eine positive Wende nahe zu sein scheint: nach dem Arabischen Frühling und seiner weltweiten Kommunikation, auf dem Höhepunkt der südeuropäischen Protestbewegung und der Solidarität, die ihr in Deutschland durch „Blockupy“ zuteil wurde. (Kurz) „Blockupy und weiter“ weiterlesen

Menschenrechte verwirklichen, Menschenrechte deuten.

 Vortrag auf der medico-Konferenz Beyond Aid – von Wohltätigkeit zu Solidarität

In „Zur Ökologie der Existenz“ bildet die „Revolution des Menschenrechts“ eine der „Plattformen“ der kommenden Reformation – neben der des Postwachstums und der eines Guten Lebens. Die dort entwickelte Menschenrechtsdeutung habe ich in diesem Vortrag vom Februar 2014 erstmals öffentlich vorgestellt. Eine Videoaufzeichnung findet sich hier. (Kürzer) „Menschenrechte verwirklichen, Menschenrechte deuten.“ weiterlesen