gwf hegel. herrschaft, knechtschaft, bewusstsein der freiheit. eingeleitet und kommentiert von thomas rudhof-seibert

Um die Geschichte als Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit steht es heute so schlecht wie selten zuvor. Da liegt es nahe, es noch einmal mit dem Anfang aller Befreiung zu versuchen: mit dem Kampf auf Leben und Tod, der gegen ausnahmslos alle Herrschaft und gegen jede Knechtschaft zu führen ist. Wird dieser Kampf zunächst die Sache von wenigen sein, ändert das nichts daran, dass er stets und überall für alle ausgefochten wird. Sofern dieses Buch in diesen Anfang einführt, ist es selbst ein Anfang: eine laufende und hoffentlich fortlaufende Arbeit. Wird fortgesetzt.

Aus den Rezensionen:

Lag die Hoffnung seit den 2010er Jahren in der zunehmenden Zahl der Aufstände, vom arabischen Frühling über die Maidan-Bewegung in der Ukraine bis zur Revolte in Chile im Jahr 2019, so lässt die Wendung hin zur Korruption, auffällig in der Ukraine, keine Perspektive mehr zu. Der Stillstand der Geschichte zeigt sich auch im Einfrieren des Lebens während der Pandemie, die „wirklichen Bewegungen“, die unterworfenen Bevölkerungen blieben „biopolitisch abgerichtet“ (S. 30). Um eine Idee zu gewinnen, wie dieser Stillstand der Geschichte beendet werden könnte, rekapituliert Rudhof-Seibert auf Hegel in der Interpretation von Alexandre Kojève.

Robert Foltin in Brot und Spiele 2. April 2024

Hier der Text: HEGEL.HKD

Kritik und Aktualität der Revolution. (Hg.) Martin Birkner & Thomas Seibert

  Im Klappentext dieses Buches schrieben wir noch 2017: „1989 wurde seitens der kapitalistischen Sieger*innen das Ende der Geschichte ausgerufen. Die Krisen, aber auch die sozialen Bewegungen der letzten Jahre beweisen die Unhaltbarkeit dieses Diktums.“ Heute ist zu sagen: Kommt den Beiträgen dieses Bandes theoretische und praktische Bedeutung zu, dann nur, wenn sie sich noch und gerade im Ende der Geschichte behaupten können. „Kritik und Aktualität der Revolution. (Hg.) Martin Birkner & Thomas Seibert“ weiterlesen

Zur Ökologie der Existenz

Freiheit, Gleichheit, Umwelt. 

Zur Ökologie der Existenz ist erst 2017 erschienen – zwischenzeitlich aber doch eine abgeschlossene Arbeit. Zwar ist die hier versuchte Rekonstruktion des „Geistes des Mai 1968“ zumindest nach dem gelungen, was mir möglich war. Doch hat sich die mit ihr verknüpfte Hoffnung auf seine Wiederkehr historisch zerschlagen. Dass es sich so verhält, habe ich damals schon geahnt und dieses Buch deshalb bereits gegen diese Ahnung geschrieben.  Anzueignen bleibt der Geist des Mai allerdings noch immer – die Perspektive der Wiederaneignung wird jedoch anders zu konstruieren sein als zur Zeit der Niederschrift gedacht. „Zur Ökologie der Existenz“ weiterlesen

alle zusammen. jede für sich.

die demokratie der plätze.

Den schmalen Band alle zusammen. jede für sich. die demokratie der plätze habe ich im Februar 2012 zusammen mit dem Politologen, Publizisten, Blogger und langjährigen Freitag-Redakteur Michael Jäger geschrieben. Es war die Zeit des Arabischen Frühlings und der weltweiten Bewegung der Platzbesetzungen. Eine Zeit, die Manifeste brauchte und deshalb auch hervorbrachte: wir schrieben eines davon, auf 48 Seiten. „Das ist unser Augenblick, zwischen den Revolten, die unser Erbe und unsere Aufgabe sind, unsere Erfindung sein werden.“ Hier im Volltext. „alle zusammen. jede für sich.“ weiterlesen

Krise und Ereignis

Siebenundzwanzig Thesen zum Kommunismus

Mein Buch zur Kommunismus-Debatte.

Mit dem 1989 ausgerufenen „Ende der Geschichte“ wurde der Begriff des Kommunismus zum Unwort: Wer weiter von Kommunismus sprach, war nicht mehr des Teufels, sondern schlicht aus der Zeit gefallen. Die Rückkehr zumindest des Begriffs verdankt sich einer politisch-philosophischen Debatte, deren Stichwortgeber Toni Negri, Michael Hardt, Alain Badiou und Slavoj Žižek waren. Mein Buch legt die innere Dialektik dieser Debatte frei – als Dialektik von „Biopolitik“ (Hardt/Negri) und „Wahrheitspolitik“ (Badiou/Zizek). Hier im Volltext, mit Dank wieder an den VSA-Verlag. „Krise und Ereignis“ weiterlesen

Hyperrevolution. Beiträge zu einem aleatorischen Materialismus

Josef Moe Hierlmeier

Dieses Buch ist nie erschienen. Christoph Lieber vom VSA-Verlag fand es „absolut lesenswert“, bat mich aber um eine deutlich kürzere Fassung. Daraus wurde dann, in knapp einem Jahr niedergeschrieben, „Krise und Ereignis“. Wenn ich den Text hier zugänglich mache, folge ich den Leser*innen, die seine Nicht-Veröffentlichung immer bedauert haben –allen voran meinem 2011 verstorbenen, langjährigen Weggefährten Moe Hierlmeier. Er hatte mir in aller Freundschaft gedroht, es notfalls unter seinem Namen herauszubringen.   „Hyperrevolution. Beiträge zu einem aleatorischen Materialismus“ weiterlesen

Existenzialismus

Nur noch antiquarisch zu kaufen: Hier im Volltext…

Der schmale Band ist nach wie vor mein Lieblingsbuch: Existenzialismus im Übergang zum dritten Jahrtausend. Allen Spuren, die seine 28 meist nur zweiseitigen Kapitelchen legen, folge ich noch heute. Nicht anders geht es mir mit den freien Zitaten an den Seitenrändern und den Schlusssätzen, die jeden Abschnitt auf seinen Punkt bringen sollen. Und: Das Buch ist in einer schnellen Sprache geschrieben: liest sich auf einer mittellangen Zugfahrt.

 

 

„Existenzialismus“ weiterlesen

Existenzphilosophie

Nach der Lektüre meiner Dissertation Geschichtlichkeit, Nihilismus, Autonomie gab mir der Metzler Verlag die Gelegenheit, für die Buchreihe „Sammlung Metzler“ den Band zur Existenzphilosophie zu schreiben: eine zweite Chance, die Bewegung zu aktualisieren, die das politisch-philosophische Denken von Kierkegaard, Heidegger und Sartre in den Mai 68 – und in unsere Gegenwart führt, die Zeit der Monster. Das Buch kann heute vom Wissenschaftsverlag Springer erworben werden – als Einführung (nicht nur) in die Existenzphilosophie, (nicht nur) zum Gebrauch an der Universität.

Geschichtlichkeit, Nihilismus, Autonomie

Philosophie(n) der Existenz

Ohne das damals wirklich begriffen zu haben, habe ich die in meiner Dissertation versuchte Rekonstruktion des „Problems der Existenz“ als dessen negative Dialektik angelegt. Ich habe deshalb – wie der Verlag auf der Rückseite vermerkt – „den Akzent der Rekonstruktion auf die historisch manifest gewordenen Leerstellen und Brüche gelegt“, um das „dabei sukzessive schärfer konturierte Ethos subjektiver Autonomie und Verwirklichung nicht über seine positive Idealisierung, sondern über die kritische Benennung der Grenzen sowohl seines Begriffs wie seiner Praxis“ zu bestimmen. Den Ertrag dieser Existenzdialektik formuliert das Nachwort, das ich deshalb hier zur Lektüre anbiete. Darunter findet sich die 10 Jahre später (!)  erschienene Rezension von Michael Jäger, mit dem ich dann – noch ein paar Jahre später – ein Manifest zu den ersten Aufständen des 21. Jahrhunderts schrieb. „Geschichtlichkeit, Nihilismus, Autonomie“ weiterlesen