Nach dem Mai ist vor dem Mai

Kleines Manifest einer emanzipatorischen Linken

Unter dem Titel „Verteidigung des Unabgegoltenen“ blickt das Magazin Prager Frühling im Oktober 2018 zugleich auf den Mai 68 und auf die ersten zehn Jahre seiner eigenen Geschichte zurück. Der Einladung der Genoss*innen, dazu ein „kleines Manifest einer emanzipatorischen Linken“ zu schreiben, bin ich mit großem Vergnügen gefolgt. (kurz) „Nach dem Mai ist vor dem Mai“ weiterlesen

Schleift die Festung Europa!

Für das Recht zu gehen, für das Recht zu bleiben.

Vom 5. – 7. Oktober 2018 fand in Kassel der Europakongress von attac statt. Wie andere Treffen der Linken war auch dieses von der heftigen Auseinandersetzung um Europa, um die Bewegung der Migration und den nationalistisch-rassistischen Aufstand von rechts geprägt. Auf Einladung des Institut Solidarische Moderne (ISM) diskutierten Sonja Buckel (Politikwissenschaftlerin, Universität Kassel, Vorstandssprecherin des ISM), Massimo Perinelli (Referent für Migration, Rosa-Luxemburg-Stiftung), Klaus Dörre (Soziologe Universität Jena) und ich die strategischen Rolle, die in dieser Lage den migrantischen Bewegungen zukommt. (Video, 1, 5 Std.) „Schleift die Festung Europa!“ weiterlesen

Geist von 68

Wenn‘s um Kollektive gehen soll, geh‘ ich mit 68 auf Marx zurück: es müssten Kollektive sein, die alle Kollektive auflösen.

NONPOLITICS

Im Juni 2018 befragte mich David Doell für das Magazin NON zum Geist des Mai 68 und zur Politik in erster Person als Grundlage einer klassenlosen Gesellschaft: „Nicht, dass das gänzlich verloren gegangen wäre, im Gegenteil. Unabgegolten aber bleibt, dass aus all‘ dem eine neue Welt werden sollte. Dass es dazu nicht kam, wirkte dann auch auf das zurück, was man erreicht hat.“ (kurz) „Geist von 68“ weiterlesen

Solidarität statt Heimat

Nennen wir das Problem beim Namen. Es heißt nicht Migration. Es heißt Rassismus.

Im Juni 2018, inmitten einer rassistischen Kampagne zugleich von oben und von unten, veröffentlichten medico international, das Institut Solidarische Moderne und das Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung einen gemeinsamen Aufruf, der zugleich der rassistischen Kampagne und der – zurückhaltend formuliert – Verunsicherung vieler Linker entgegentrat. Binnen weniger Tage wurde dieser Aufruf von über 16.000 Menschen unterzeichnet: eine Anzeige dafür, auf wen Verlass ist – und auf wen nicht. Denn die entschiedenste Kritik wurde diesem Aufruf – aus der Linken zuteil. Zeit der Monster. (Kurz) „Solidarität statt Heimat“ weiterlesen

Die Grenzen von Klassenpolitik in der Zeit der Monster

„Wer die Kanakisierung unserer Gesellschaft zurückdrängen will, ist in der Sache rechts“

Im Mai 2018 stellte ich im Züricher Kosmos mein Buch „Zur Ökologie der Existenz“ vor (Gruß an Samir Aldin). Am Nachmittag vor der Veranstaltung sprach ich mit Anna Jikhareva und Daniel Hackbarth von der Schweizer Wochenzeitung, das Interview erschien in der Ausgabe 23/2018. Merci für das schöne Gespräch und die Fotos, die Florian Bachmann schoss. (Kürzer) „Die Grenzen von Klassenpolitik in der Zeit der Monster“ weiterlesen

Kapitalismus ist auch eine Befreiungsmaschinerie

Gespräch über Marx und eine vereinigte Linke

Im April 2018 sprach ich mit Nina Hensch vom Wuppertaler Kulturmagazin engels über die Zeit der Monster und, en passant, die fundamentale Schwierigkeit antikapitalistischer Politik: das Faktum, dass Kapitalismus immer auch Emanzipationsprozesse freisetzt – historisch gesehen sogar unvergleichliche Emanzipationsprozesse. Mehr dazu in „Zur Ökologie der Existenz“, in Auseinandersetzung mit Boltanski/Chiapello, S. 169ff. (Kurz) „Kapitalismus ist auch eine Befreiungsmaschinerie“ weiterlesen

Der Anteil der Anteillosen

Eine Intervention nach dem Hamburger Juli-Riot 2017

Vom 7. bis 8. Juli 2017 fand in Hamburg der G20-Gipfel in Hamburg statt – mit Trump, Putin und Erdoğan, friedlichem Protest und viel Gewalt: zuerst der Gewalt des Staates und dann derer, die sich von ihr nicht abschrecken ließen. Ich war die ganze Woche dabei und mich dann auch in die Debatte eingemischt : Erst in der taz vom 12.7.2017, dann auf mehreren Veranstaltungen, zuerst in Frankfurt. Ich beginne mit dem Beitrag in der taz: kurz.

„Der Anteil der Anteillosen“ weiterlesen

Nochmal Hamburg

Minderheitslinke Revolte und mehrheitslinke Kritik

Den Vortrag habe ich zuerst auf der Veranstaltung „Was war da los in Hamburg? Riot. Theorie und Praxis der kollektiven Aktion“ gehalten, die am 14.09.2017 in Frankfurt stattgefunden hat. Gesprochen haben dort auch Karl-Heinz Dellwo und Achim Szepanski, mit denen ich die Tage in Hamburg verbracht habe. Alle drei Beiträge lassen sich auf dem NON-Blog nachlesen bzw. bei Soundcloud nachhören, sie finden sich auch in dem im Laika Verlag erschienen Sammelband gleichen Titels. Bei allen Unterschieden in der Bewertung teilen sie die gleiche Haltung: Nicht distanzieren! Das unterscheidet sie vom elenden Sound der staatsbeflissenen Umfaller, der exemplarisch in Beiträgen der taz oder in den Blättern für deutsche und internationale Politik zu hören war.  (Länger) „Nochmal Hamburg“ weiterlesen